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Wolferwartungsland Baden-Württemberg

Wölfe, Siegel-DJVSeit etwa 10 Jahren leben wieder Wölfe in Deutschland und zwar in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zur Zeit sind es sieben Rudel, von denen sechs in den letzten Jahren regelmäßig Nachwuchs hatten.

Ein Rudel besteht aus 7-8 Tieren: dem Elternpaar, den diesjährigen Jungtieren und denen vom Vorjahr, die dann mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife das elterliche Territorium verlassen. Auf der Suche nach einem Partner legen die Jungwölfe oft Strecken von mehreren hundert Kilometer zurück.

 

Um auf das erste Auftauchen eines Wolfes in Baden-Württemberg vorbereitet zu sein, wird an der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg ein Wolfsmanagementplan erarbeitet. Dieser wurde auf der Tagung den Wildtierbeauftragten vorgestellt, denn diese werden es sein, die dann der Bevölkerung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Wölfe sind auf die Jagd von Schalenwild spezialisiert. Dabei stehen vor allem Rehwild mit 50%, Rotwild mit 25% und Schwarzwild mit 17% auf dem Speiseplan. Ein Wolf tötet im Jahr etwa 65 Rehe, 9 Stück Rotwild und 16 Sauen. Ein Rudel benötigt demnach jährlich 400 Rehe, 54 Stück Rotwild und 100 Sauen. Bei einer Reviergröße von 250 km 2 ( 25 000ha) entspricht dies 1,6 Rehen,0,22 Stück Rotwild und 0,4 Sauen pro 100 ha.

In der Lausitz erlegen die Jäger auf gleicher Fläche zehnmal mehr Rot- und Schwarzwild. Rehe werden von beiden zu gleichen Teilen gestreckt., aber die Abschusszahlen sind seit Jahren unverändert.

Das Bundesamt für Naturschutz geht davon aus, dass in der Bundesrepublik Platz für 440(!) Wolfsrudel ist und das wären 3000 Wölfe. In Finnland mit etwa dieser Fläche, aber nur 6 Millionen Einwohnern, leben etwa 300 Stück und deren Zahl wird jagdlich begrenzt.

Artikel: Dr. Lutz Plasa

Foto: Siegel, DJV